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Anwendungsfall · Kanzlei

PDF schwärzen in der Kanzlei, bevor der Schriftsatz das Haus verlässt.

Kontoverbindungen der Mandantschaft, Zeugenanschriften, interne Vermerke: Was über beA an das Gericht und an die Gegenseite geht, muss vorher aus den Anlagen verschwinden. Nicht überdeckt — entfernt. Das kostenfreie Werkzeug erledigt das im Browser, ohne Upload und ohne Konto.

Kurz erklärt

Was heißt Schwärzen in einem Schriftsatz?

Schwärzen heißt: Die Zeichen verlassen die Datei. Ein schwarzes Rechteck, das Sie im PDF-Betrachter über eine Kontonummer ziehen, ist eine Zeichnung — der Text liegt unverändert darunter und lässt sich markieren, kopieren und auslesen.

Für die Kanzlei ist der Unterschied nicht kosmetisch. Wer eine Anlage mit sichtbar überdeckter, technisch aber lesbarer Kontoverbindung über beA versendet, hat die Angabe versendet. Der Empfänger braucht dafür kein Spezialwissen, nur einen Doppelklick.

Die Prüfung gehört deshalb vor den Versand, nicht danach. Eine einmal übermittelte Anlage lässt sich nicht zurückholen.

Wo es auffällt

Fünf Sendungen, die eine Kanzlei jede Woche verlassen.

  • 01

    Anlagenkonvolut ans Landgericht über beA

    Die Klageschrift ist fertig, das Konvolut umfasst 180 Seiten: Rechnungen, Mailverkehr, Kontoauszüge. Im Kontoauszug steht die vollständige IBAN Ihrer Mandantschaft, im Mailverlauf stehen Adressen unbeteiligter Dritter. Über beA geht die Sendung an das Gericht und an die Gegenseite. Was einmal versendet ist, kommt nicht zurück.

  • 02

    Akteneinsicht durch die Gegenseite

    Der Kollege der Gegenseite verlangt Einsicht in die vorgelegten Unterlagen. Ihre Handakte enthält interne Vermerke zur Vergleichsbereitschaft, Notizen aus dem Mandantengespräch und die Kostenrechnung. Diese Teile gehören nicht in die Einsicht. Ein Deckblatt darüber genügt nicht — die Seiten selbst müssen bereinigt sein.

  • 03

    Schriftsatz an die Gegenseite mit Zeugenanschrift

    Sie benennen zwei Zeugen. Die ladungsfähige Anschrift gehört ins Gericht, nicht in jede Anlage. In der beigefügten Korrespondenz steht die Privatadresse der Zeugin im Briefkopf — dort hat sie nichts verloren. Art. 5 Abs. 1 lit. c DSGVO verlangt, dass Sie nur die Daten weitergeben, die der Zweck tatsächlich erfordert.

  • 04

    Streitwertanfrage an den Rechtsschutzversicherer

    Der Versicherer prüft die Deckungszusage und braucht dafür den Sachverhalt, nicht die Kontoverbindung. Trotzdem wandert oft die komplette Rechnung der Muster GmbH mit — samt Bankdaten und Steuernummer. Der Versicherer ist ein Dritter. Als Berufsgeheimnisträger entscheiden Sie, was ihn erreicht.

  • 05

    Vollmacht und Kostenrechnung als Anlage

    Die unterzeichnete Vollmacht wird als Nachweis eingereicht. Auf demselben Blatt steht häufig die Privatanschrift der Mandantschaft, manchmal die Unterschriftsprobe, gelegentlich eine handschriftliche Notiz. Für den Nachweis der Bevollmächtigung braucht es davon wenig. Bereinigen Sie die Anlage einmal sauber, nutzen Sie sie in jedem Verfahren erneut.

Der Ablauf

Wie eine Anlage bereinigt wird.

  1. 01

    Dokument im Browser öffnen

    Ziehen Sie den Schriftsatz oder die Anlage in das Werkzeug. Die Datei bleibt auf Ihrem Rechner, ein Upload findet nicht statt. Mehrseitige Konvolute öffnen Sie am Stück.

  2. 02

    Automatische Erkennung bestätigen

    Formale Muster wie IBAN, Steuernummer oder Identifikationsnummer werden regel- und prüfsummenbasiert vorgeschlagen. Sie bestätigen die Treffer oder verwerfen sie. Die Entscheidung bleibt bei Ihnen.

  3. 03

    Namen und Anschriften markieren

    Suchen Sie den Mandantennamen, die Zeugenanschrift oder das Aktenzeichen über die Volltextsuche und markieren Sie alle Fundstellen. Was die Suche nicht findet, markieren Sie direkt auf der Seite.

  4. 04

    Transparenz-Freigabe prüfen

    Vor dem Export zeigt das Werkzeug, was tatsächlich entfernt wird. Prüfen Sie diese Liste, bevor die Sendung das Haus verlässt.

  5. 05

    Bereinigte Datei exportieren

    Der Export rastert jede Seite und erzeugt eine neue PDF-Datei, in der die markierten Angaben nicht mehr vorkommen. Sie ist danach nicht mehr durchsuchbar. Diese Datei hängen Sie an die beA-Nachricht. Das Original behalten Sie unverändert in der Handakte.

Warum überhaupt

Zwei Pflichten treffen dieselbe Seite.

§ 203 Abs. 1 Nr. 3 StGB stellt es unter Strafe, wenn ein Rechtsanwalt ein anvertrautes Geheimnis unbefugt offenbart. Eine Kontoverbindung der Mandantschaft in einer Anlage, die an die Gegenseite geht, ist genau so ein Fall — auch dann, wenn über der Zeile ein schwarzer Balken liegt.

Art. 5 Abs. 1 lit. c DSGVO verlangt Datenminimierung: Sie übermitteln nur, was der Zweck erfordert. Der Rechtsschutzversicherer prüft die Deckung, nicht die Bankdaten. Der Gutachter beurteilt den Sachverhalt, nicht die Anschrift der Zeugin.

Beide Pflichten laufen auf denselben Handgriff hinaus: eine bereinigte Fassung der Anlage, erzeugt vor dem Versand. Der Aufwand liegt bei Minuten, das Risiko einer versehentlichen Offenbarung liegt deutlich darüber.

Ehrlich gesagt

Was das Werkzeug nicht für Sie übernimmt.

Namen erkennt es nicht automatisch. Das Werkzeug arbeitet regel- und prüfsummenbasiert und findet damit IBAN, Steuernummer oder Identifikationsnummer anhand ihrer festen Struktur. Mandantennamen, Zeugenanschriften und Aktenzeichen markieren Sie über die Volltextsuche oder von Hand. Eine KI ist nicht enthalten, und hochgeladen wird nichts.

Die Durchsuchbarkeit bleibt nicht erhalten. Beim Export rastern wir jede Seite: Sie wird als Bild neu gezeichnet, der ursprüngliche Text wandert nicht mit. Die Datei wird dadurch größer, sie ist nicht mehr durchsuchbar, lässt sich nicht markieren und kopieren und wird von Screenreadern nicht vorgelesen — dafür steht unter dem Balken nichts. Lieber rastern als raten. Wer die Durchsuchbarkeit braucht, bekommt sie über die lizenzierte Variante: Sie entfernt die markierten Stellen aus der Textebene, statt die Seite zu rastern. Dream-bit richtet sie bei Ihnen ein.

Serienverarbeitung gibt es hier nicht. Wo Anlagen in Menge anfallen, binden wir die Schwärzung in Ihr bestehendes Kanzleisystem ein — als Projekt, gemeinsam mit Ihnen. Einen öffentlichen Self-Service-Zugang oder eine offene Schnittstelle dafür gibt es nicht.

Wir leisten keine Rechtsberatung. Welche Angaben in Ihrem Verfahren entfernt werden müssen, beurteilen Sie. Deshalb nennen wir das Verfahren DSGVO-freundlich, nicht DSGVO-konform: Konformität ist eine juristische Feststellung Ihrer Kanzlei, kein Ergebnis einer Software.

Am eigenen Fall prüfen

Nehmen Sie die nächste Anlage, die ohnehin rausgeht.

Das kostenfreie Werkzeug öffnet die Datei im Browser, zeigt die gefundenen Kontodaten und lässt Sie Namen per Suche markieren. Vor dem Export sehen Sie, was tatsächlich entfernt wird. Kein Upload, kein Konto, keine Registrierung.

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Sechs Fragen

Was Kanzleien zuerst fragen.

Wenn jede Woche Anlagen rausgehen

Der Handgriff wird zur Routine — oder zur Lücke.

Wer die Anlage bereinigt, wann geprüft wird, wo die bereinigte Fassung liegt: Dort entsteht die Reibung, nicht im schwarzen Balken. Im kostenfreien Erstgespräch sehen wir uns Ihren Ablauf vor dem beA-Versand an und sagen Ihnen offen, ob sich eine Anbindung an Ihr Kanzleisystem lohnt.

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